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 Spielbericht vom 4. Spieltag in der Verbandsliga Nord

 Abgesang auf den Aufstieg

 Das war es dann wohl mit unseren Ambitionen – der angedachte Aufstiegstraum  ist nun leider wohl  schon frühzeitig geplatzt.  Obwohl wir vollzählig und mit nur einem Ersatzspieler angetreten waren, verloren wir bei unserem „Angstgegner“ B S A mit einem katastrophalem Ergebnis von 2,5:5,5!!!??

An fast allen Brettern besaßen wir zwar einen zum Teil beträchtlichen DWZ-Vorsprung, was uns eigentlich  zum Favoriten machte und einen klaren Sieg versprach. Leider kam es anders...

Der Kampf begann mit einer wie gewohnt freundlichen Begrüßung und dem einen oder anderen netten Plausch unter alten Bekannten. Das Spielgeschehen war dann nach anfänglichem ruhigen Verlauf alles andere als nett oder  friedlich.

Nach ungefähr 2,5  Stunden hatte ich das erste mulmige Gefühl. An kaum einem Brett war wirklicher eindeutiger Vorteil für uns zu erkennen. Einzig Georgios stand nach der Eröffnung klar besser. Leider verpasste er es, konsequent auf die Schwächen des Gegners zu spielen. Stattdessen schuf er sich eigene Schwächen, die ihn dann im folgenden Spielverlauf   Bauern, Stellung und schließlich die Partie kosteten – schade. Man sieht aber, dass die Jugend Potential hat -  es aber noch ein ganzes Stück Arbeit ist, um auf Verbandsliganiveau bestehen zu können...

 Erfreulich war dann allerdings, dass zumindest Dirk seiner Favoritenrolle gerecht wurde und seinen Gegner nach eher ruhigem Verlauf überspielte. Genaueres kann ich nicht sagen, da ich zu diesem Zeitpunkt selbst zum Nachdenken gezwungen war, was auch meine Bemerkungen zu den anderen Partien sehr subjektiv und unvollständig macht und sich vor allem aus dem Heimfahrtgespräch speist...

 Jürgen hatte den „Altmeister“ Egon Bomert zum Gegner, der trotz seiner nicht mehr allzu hohen DWZ immer noch in der Lage ist, auf dem Niveau über 2000 zu spielen. Jürgen bekam das dann auch zu spüren und verlor in einer für ihn unangenehmen Variante, in der er sich nach eigener Aussage von Anfang an nicht so recht wohl gefühlt hatte.

 Steffen brachte diesmal kein Gambit auf`s Brett und legte die Party ruhig an. Am Ende kam ein Remis heraus, obwohl Steffen in einem Leichtfigurenendspiel eine Bauernmehrheit am Damenflügel hatte – ob da mehr drin war, vermag ich aber nicht zu sagen...

 Michael hatte wieder die seinem Spielstil wenig entgegenkommende Farbe Schwarz. Vielleicht sollte man ihn öfter Weiß spielen lassen?! Allerdings stand er nicht wirklich schlechter – zumindest solange ich Gelegenheit hatte, die Partie zu verfolgen. Wie dann letztlich die Niederlage zustande kam, vermag ich allerdings nicht zu sagen...

 Karl-Heinz hatte wie gewohnt immer seine merkwürdige Weißpartienanlage. In einer an Königsindisch erinnernden Eröffnung, rochierte er zu früh und kam trotz/wegen? eines  zwischenzeitlichen Figurenangebotes seinerseits auf mehr oder minder klassische Art unter die Räder...

 Unser jugendlicher Markus bekam es mit dem „BSA-Topscorer“ zu tun. Der zeigte auch gleich seine Zähne und präsentierte eine scheinbar ruhige aber sehr giftige Variante, in der sich Markus wohl (noch) nicht so recht auskannte?! Nachdem sein Gegner den sofortigen Gewinn ausgelassen hatte und Markus sich wieder Hoffnung machte, die Partie zu halten, unterlief ihm leider (wieder) ein grober Fehler, der die Partie schließlich doch noch kostete. Die schachpsychologischen Gesetze haben mal wieder ihre Gültigkeit bewiesen...

 Meinereiner – der nicht mehr ganz so junge Markus - durfte sich diesmal nach einem Bretttausch am ersten Brett austoben. Mein Gegner – ein  alter Bekannter aus osthessischen Jugendtagen - war hoch motiviert – wie wohl auch die gesamte Mannschaft von BSA. Dies zeigte sich zuerst und vor allem daran, dass er in einer für ihn anscheinend relativ unbekannten Eröffnung sehr viel Zeit verbrauchte und mir neben dem Beobachten der anderen Partien und einigen Runden durch den Spielraum, auch den einen oder anderen „Zwischenplausch“ ermöglichte!? Leider hatte dies den Nachteil, dass ich wohl ein wenig aus dem Nachdenken über die Partie heraus kam und ich durch die  scheinbare optische Überlegenheit (Stellung + Zeit) schleichend die eigentlich immer gebotene  Sorgfältigkeit vermissen ließ. Unversehens wachte ich in einem sehr komplizierten Doppelturmendspiel auf, bei dem ein kleiner Fehler den KO. bedeutet hätte.Glücklicherweise fand ich unter dem Aufbrauchen meines gesamten Zeitvorsprungs zur Genauigkeit zurück und konnte schließlich nach einer Phase in der Remisbreite durch zwei Fehler meines Gegners die Partie doch noch gewinnen...

 Richtig freuen konnte ich mich natürlich nicht über meinen Partiegewinn – zu enttäuschend war der Verlauf dieses Mannschaftskampfes und die Einsicht, dass die jetzige erste Mannschaft wohl kein wirkliches  Aufstiegspotential hat...

 

Markus Eckard

 

Runde 1:

Zum Saisonauftakt in der Verbandsliga Nord 2011/12 musste Caissa 1 den langen und beschwerlichen Weg nach Niederbrechen antreten. Ohne Dejan Bzenic, dafür mit Jörg Wiegel, aber ansonsten in der gemeldeten Aufstellung brachten wir auch 8 Spieler an die Bretter.

Gegen die Gastgeber aus Westhessen entwickelte sich das befürchtete/erwartete zähe Duell; in der ersten Stunde ergab sich kaum Bewegung auf den Brettern, und auch nach der zweiten Stunde Spielzeit war noch nicht zu ersehen, zu wessen Gunsten sich die Wagschale neigen würde. Steffen Reichmann hatte nach Bauernverlust/ -opfer irgendwie nix für das Material, Markus Hahn dafür einen halben Zug weiter gerechnet als sein Kontrahent Torsten Römer und sich so eine Qualität verdient. Die anderen Partien bewegten sich mehr oder weniger im Gleichgewicht, und beide Seiten waren noch guter Hoffnung.

Ein erstes Friedensangebot streute der Berichterstatter nach einer missglückten Kombination ein. Statt dem berechneten Bauerngewinn mit guter Stellung sah ich mich plötzlich einem mächtigen Läuferpaar gegenüber, so dass meine Remis-Avance denn auch abgelehnt wurde - nur um wenige Züge später einen Läufer einzügig einzustellen. Ein Gastgeschenk von Christof Cölsch, das ich natürlich gern angenommen habe. Da schien die Begegnung für uns zu kippen, denn Dirk Winterfeld gegen Dirk Egenolf und Jürgen Wendland brachten sichere Unentschieden nach Hause, während Markus Hahn seinen Material- und Stellungsvorteil ebenfalls zu einem ganzen Punkt verdichtete. Steffen Reichmann bekam sein geopfertes Material nicht wieder und musste gegen Branowski die Waffen strecken, doch Markus Eckard behielt die Nerven und sackte gegen Tobias Schupp den ganzen Punkt ein (wobei in der nachträglichen Analyse bessere Möglichkeiten für den Niederbrechener gefunden wurden).

Was dann kam, entschädigte zumindest auf Gastgeberseite für den zuvor drögen Verlauf des Kampfes: zunächst bekamen die Kiebitze in der vogelwilden Partie zwischen Michael Hollmann und Dominik Garzinsky ein Zeitnotduell der allerfeinsten Sorte geboten. Schon die Stellungen zuvor waren das Resultat beiderseitiger geistiger Brandstiftung - teilweise spielte unser Mann mit einem ganzen Turm weniger- aber im Endeffekt hatte der Heimspieler die besseren Nerven und gewann durch Zeitüberschreitung in dann aber auch schon gewonnener Stellung.

Nun stand es 4:3 für Caissa, und an Brett 3 schien der Drops auch schon gelutscht; unser „playing captain“ Karl-Heinz „Schnecke“ Schnegelsberg musste nur einen Läufer gegen den generischen Springer tauschen und in ein Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern und 3 Bauern auf einem Flügel einlenken … doch Schnecke kann, so ein Zitat aus Niederbrechen, „alles außer remis“. Und so kam es dann, wie es kommen musste: erst folgte ein Bauernverlust, dann schritt der Mehrbauer unaufhaltsam zu Dame, unterstützt von einem aktiven König und einem nicht minder starken Springer, der dann auch noch die verbliebenen Bauern abräumte. Statt einem knappen Sieg mussten wir somit, nach fast vollständiger Ausnutzung der sechsstündigen Spielzeit, mit einem Mannschaftspunkt vorlieb nehmen - schade!

Jörg Wiegel

PS: Ergänzung zum Bericht über den Mannschaftskampf gegen Niederbrechen von Jörg Wiegel:

Die Analyse meiner Party direkt nach dem Kampf war etwas oberflächlich: Hab zu Hause (ohne Compi) eine Verbesserung, die für mich zum direkten Gewinn (ohne Fehler des Gegners) geführt hätte, gefunden - alles gipfelte in einem schönen Damenopfer...

Markus Eckhard